Große Kunst in kleinem Ort - Folge 103
Jazz – Lyrik – Prosa
Ruth Hohmann, Anfang der sechziger Jahre erste DDR-Jazzsängerin mit Berufsausweis und lange Jahre auch die einzige, feierte am 19. August 2006 ihren 75. Geburtstag. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Jazz – Lyrik – Prosa”, der sie seit vielen Jahren in verschiedenen Programmen verbunden ist, hat im Vorfeld ihres Ehrentages ein Programm erarbeitet, in dem sie – nach wie vor vital und überzeugend das Publikum begeisternd – begleitet von Hartmut Behrsing (Posaune und Klavier) und Stefan Lasch (Kontrabass) einige ihrer Lieblingstitel vorträgt. Die Schauspielerin Walfriede Schmitt trägt im Programm einige Abschnitte des Lebensberichtes von Ruth Hohmann vor, den Stefan Lasch für die CD “Jazz reicht's – Mein Leben mit dem Jazz” ihr abverlangt hat. Ruth und Walfriede, freundschaftlich miteinander verbunden, präsentieren dem Publikum einige der Geschichten, die sie ansonsten bei “Lyrik – Jazz – Prosa” oder anderswo schon mit Erfolg vortrugen. Durch das Programm führt Josh Sellhorn, der Spiritus rector der Reihe.
RUTH HOHMANN
stellte sich Anfang der sechziger Jahre als erste und lange Zeit einzige Jazzsängerin in der DDR vor, zuerst mit den “Jazz-Optimisten Berlin”, dann auch mit den Dresdner Tanzsinfonikern unter der Leitung von Günter Hörig und anderen Ensembles auftretend. Später bevorzugte sie Dixielandbands wie die Berolina Jazz Band als Begleiter; bis heute arbeitet sie mit den Musikern des Jazz Collegiums Berlin zusammen. An der Berliner Musikhochschule “Hanns Eisler” arbeitete sie als Dozentin für Gesangsausbildung. Weil sie in den sechziger Jahren schon bei “Jazz und Lyrik” und “Lyrik – Jazz – Prosa” mitmachte, war sie freudig bereit, auch in Konzerten des neuen Programms “Jazz – Lyrik – Prosa” aufzutreten. Meist mit ihrer “Stammband” dem Jazz Collegium Berlin, der sie seit vielen Jahren verbunden ist. Hartmut Behrsing und Stefan Lasch sind Musiker des “JCB”
WALFRIEDE SCHMITT
ist – nach Engagements an den Theatern in Parchim, Halle und Meiningen – seit 1972 Schauspielerin an der Volksbühne in Berlin und wirkte außerdem in zahlreichen Fernsehfilmen (zum Beispiel “Bahnwärter Thiel”, “Pauline Oswalds zweites Leben” und “Bis zum bitteren Ende”) und Kinofilmen mit, darunter auch einer Reihe von Kinderfilmen (wie “Moritz in der Litfaßsäule” oder “Zirri, das Wolkenschaf”). Sie bekam den Filmpreis für die beste Nebenrolle – als Richterin in “Die Beunruhigung”. Sie arbeitete mit den Regisseuren Friedo Solter, Manfred Karge, Matthias Langhoff, Fritz Marquardt, Alexander Lang, Heiner Müller, Frank Castorf und Johann Kresnick. Sie tritt auch in eigenen literarisch-musikalischen Programmen auf, so mit Ernst-Ludwig Petrowsky, mit Conrad Bauer oder mit Karsten Troyke. Wally Schmitt war bei “Jazz – Lyrik – Prosa” von Anfang an dabei.
28.04.2007


